Tagsüber Büroangestellte, abends Escort Lady

Schlüsselloch, Lola La Bouche, Sex Blog, KolumneManja ist Escort Lady. Nebenbei. In der Hauptsache ist sie Büroangestellte, trägt hochgeschlossene Blusen und ein schlichtes Röckchen. Auf ihrer Arbeit weiß niemand, dass sie die Haushaltskasse mit käuflichem Sex aufbessert. Und weil das auch so bleiben soll, möchte Manja – die logischerweise nicht Manja heißt – nicht so ganz öffentlich auftreten. Trotzdem hat sie uns Rede und Antwort gestanden und uns durch das Schlüsselloch in ihre geheime Welt blicken lassen.

Liebe Manja, wie bist du denn irgendwann mal zum Escort gekommen?

Das war… Wir, also ich und mein Mann, haben uns einfach dafür interessiert, mit anderen Menschen unsere Sexualität auszuleben. Wir haben uns dann in verschiedenen Foren umgeschaut, um Gleichgesinnte zu finden. Im Zuge dessen hat sich herausgestellt, dass er mehr Gefallen daran hat, mich zu teilen. Also so, dass ich einfach mal mit einem anderen Mann etwas habe und ihm das dann erzähle. Das hat sich dann weiterentwickelt und irgendwann kamen dann auch Angebote von Herren, die etwas dafür bezahlen wollten. Darüber habe ich mir Gedanken gemacht und fand das schon ganz nett. Also wenn man sich mit denen trifft und für den Spaß, den man selbst hat, auch noch Geld bekommt und die Haushaltskasse damit aufbessert – why not?! So hat sich das entwickelt – so bin ich zum Escort gekommen.

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Inwiefern spielt denn bei euch auch Eifersucht eine Rolle?

Eifersucht gibt es bei uns eigentlich nicht. Eher Neugierde. Klar am Anfang war es dann schon so, dass da Fragen von ihm kamen „War der jetzt besser als ich?“ oder „Hast du nun deinen Traummann gefunden?“, aber da habe ich auch ganz klar gesagt: „Ich habe in dir meinen Traummann gefunden. Das andere ist eine ganz andere Basis und einfach nur Sex.“ Der Sex mit ihm ist anders, als sich mit einem Wildfremden zu treffen und da Sex zu haben.

Wo ist da jetzt der Unterschied?

Ich finde es reizvoll, dass ich Sex mit einem anderen Mann habe und ihm davon erzählen kann – dass es ihn total heiß macht. Das ist so mein Reiz. Es ist total lustig: Er ist ja Fernfahrer und sehr viel unterwegs. Ich brauche auch einfach mehr Sex als nur in der Zeit, wenn er da ist. Dann ist es aus meiner Perspektive sinnvoller, diese Art von bezahltem Spaß zu haben, als dass ich ihn dann verlasse. Zeitgleich reizen ihn meine Erfahrungen und er entwickelt da ein Kopfkino und hat wahnsinnig Spaß dabei. Dann hat er natürlich auch keine Bedenken, dass ich im klassischen Sinne fremd gehe oder Affären anfange – er weiß ja, dass ich ausgelastet bin. Das lustige ist nur, dass ich davon nur noch geiler werde. Er denkt, dass ich nach einem Gang Bang im Club fix und alle bin und er hat seine Ruhe. Aber es ist einfach so, dass ich nach Hause komme, ihm davon erzähle und dann auch schon wieder erregt bin.

Was glaubst du denn, wie man beschaffen sein muss, um im Bereich Escort arbeiten zu können?

Für mich ist es wirklich nur ein Hobby. Ich habe meinen Job, von dem ich lebe und kann dann mehr oder weniger aus Spaß dem nachgehen. Wenn ich davon leben müsste, wäre es mit Sicherheit anders, dann würde der Escort vielleicht weniger Spaß machen und ich hätte auch nicht die Freiheiten, die ich jetzt habe. Ich kann es mir einfach aussuchen. Wenn mich jemand anschreibt, dann muss ich den nicht nehmen. Es ist ein Zusatz und eine Art Lust. Wenn ich jetzt mal keine Lust habe, dann bin ich auch nicht online und nehme keine Anfragen an.

Wie lang machst du schon Escort?

Seit 5 Jahren jetzt. Ich habe mit 22 als Escort Lady angefangen.

Und wie war das erste Mal?

Das erste Mal Escort… Es ist auf jeden Fall ein Tänzer gewesen. Der hatte mich dann auch noch mal ein halbes Jahr später und dann noch mal ein Jahr später gebucht. Und es war irgendwie lustig. Ich kannte es ja gewissermaßen schon, weil ich mich vorher mit Männern schon verabredet habe. Aber bis dato war es anders – da hat man ewig hin und her geschrieben, weil die meisten einafch nicht glauben konnten, dass man einfach nur Sex möchte und sich deswegen treffen will. Und dann schreibt man sich ewig, trifft sich und am Ende ist es nicht so prall – dafür hat man dann aber über eine Woche hin und her geschrieben. Das ist doof. Wenn du dich gegen Geld anbietest, ist es dann etwas anderes. Das ist unkomplizierter und viel zielführender. Von daher kannte ich es schon, also das Verabreden, Sex zu haben und wieder zu gehen. Mit dem Tänzer war es auch so. Ich bin dahin gefahren und habe Geld für Sex bekommen.

Ist das denn nicht aber auch manchmal etwas gefährlich? Immerhin kennst du die Männer ja gar nicht.

Eigentlich nicht. Ich schreibe ja vorher mit denen oder telefoniere. Dann merkt man schon, ob die jetzt komische Vorstellungen haben. Klar gibt es irgendwelche kuriosen Anfragen, zum Beispiel in die Eier treten oder als Toilette benutzen, aber das ignoriere ich einfach. Es gibt auch Leute, bei denen während des Schreibens ein schlechtes Gefühl entsteht. Ich kann es nicht erklären, das Gespür ist einfach da. Ich lasse mir auch immer erst Gesichtsfotos schicken, damit ich weiß, mit wem ich es zu tun habe.

Wer sind denn so deine Kunden?

Das kann ich so nicht sagen. Das sind Männer jeder Altersgruppe und jeder Branche. Gut, aus der Führungsebene eher selten – die buchen dann wohl wirklich eher beim High Class Escort Service. Ich hatte zwar auch schon Abteilungsleiter und Geschäftführer, aber das sind auch ganz bodenständige Leute. Es ist wirklich alles dabei vom Krankenpfleger über den Soldat, Arbeiter, Selbstständige usw. ist alles bei.

Wie machst du das mit deinem Umfeld? Also dein Mann weiß natürlich, dass du als Escort Lady arbeitest. Aber das erweiterte Umfeld…?

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… das weiß es nicht. Das geht keinem etwas an. Mein Mann muss es wissen, das muss ja auch abgestimmt sein, weil es sonst nicht funktioniert. Ansonsten weiß es keiner.

Wie oft hast du Escort-Dates?

Das ist immer sehr unterschiedlich. Mai letzten Jahres war ein guter Monat, da gab es ziemlich viele Anfragen und ich musste schon schauen, ob das passt oder nicht. Und dann gibt es solche Monate wie Juli oder August, wo dann die ganzen Familienväter im Urlaub sind. Da sinken dann die Anfragen. Tatsächliche Treffen habe ich vielleicht so zwei die Woche. Clubbesuche so einmal im Monat. Es ist eben wirklich nur Hobby und sitze nicht jeden Tag vorm Rechner und habe 5, 6 Dates am Tag.

Was wollen denn die Männer von dir?

Ganz oft einfach nur Oralverkehr – blasen oder lecken. Es ist gar nicht der Geschlechtsverkehr an sich, sondern viel mehr das Verwöhnen und verwöhnt Werden.

Warum gerade das?

Ich vermute mal, weil es die Frau zu Hause vielleicht nicht macht. Es hat ja auch so jeder seine eigene Weise das zu machen. Es gibt auch Männer, die hatten irgendwelche Erlebnisse mit der eigenen Frau und dann klappt das nicht mehr.

Pärchen buchen dich ja auch relativ oft. Was ist deren Motivation?

Bei Pärchen ist oftmals die Frau die treibende Kraft. Viele Frauen möchten, dass der Mann nur zusieht. Es ist auch ganz selten, dass ich etwas bei dem Mann machen darf. Da geht’s dann wirklich darum, dass die Frau ihre Bi-Seite auslebt oder dem Mann einfach den Wunsch erfüllt, zusehen zu können, wie zwei Frauen miteinander Sex haben.

Du bietest ja auch Dienste Richtung Sklavia an – wie verhält es sich damit?

Ich habe da relativ viele Anfragen in diese Richtung, biete das aber immer weniger an. Ich habe zwei Männer, die dominant sind – denen bin ich ach unterwürfig, aber das reicht mir auch. Es gab zwischenzeitlich auch noch zwei andere Herren, aber damit kam ich dann nicht mehr ganz so zurecht.

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Warum das?

Es ist ja ein Spiel und man lässt sich darauf ein. Ich muss mich ja da auch wohlfühlen. Bei den zwei Herren, die dieses Spiel mit mir spielen dürfen, fühle ich mich auch wohl und da weiß ich, dass das auch klappt. Es gab mal einen Herren, der hat das ziemlich übertrieben und ich habe mich dann auch nicht mehr mit dem getroffen. Das war mir alles zu hart. Mit Ohrfeigen ins Gesicht kann ich zum Beispiel gar nicht umgehen. Auf Elektrosachen stehe ich auch überhaupt nicht. Und er hat mich dann immer in diese Richtung gedrängt. Das will ich aber nicht und auch nicht, dass es überhaupt probiert wird.

Wo ist für dich selbst der Unterschied zwischen einer klassischen Prostituierten und dir als Escort Lady?

Ich würde sagen, dass ich es wirklich einfach aus Spaß mache und ich suche mir die Herren aus. Ich kenne zwei Damen, die das wirklich wegen des Geldes machen müssen und da ist es wirklich irgendwie anders. Da gibt es keine Unterhaltung zwischendurch oder das Verlangen, den anderen kennen lernen zu wollen. Es ist für mich ja nicht nur Sex und dann auf und davon. Für mich spielt da auch ganz viel Zwischenmenschliches mit.

Würdest du auch in einem Bordell/Laufhaus arbeiten?

Nein, das würde ich nicht. Nie! Ich möchte nicht den ganzen Tag rumsitzen müssen und darauf warten, dass ein Mann kommt, mich nimmt und wieder geht. Das würde mich auch kaputt machen.

Wie lange möchtest du noch Escort machen?

Mal schauen, wie lange es noch geht oder vor allem Spaß macht. Ich habe keine Deadline. Vielleicht mache ich das auch noch mit 45 oder 50.

Wie ist denn aber dann dein privates Sexleben? Geht es überhaupt ohne das – ich nenne es mal „Hobby“?

Das kann ich schlecht sagen. Ich weiß auch gar nicht mehr, wie es ohne „mein Hobby“, also dem Escort, ist. Ich weiß nur, dass ich, wenn mein Mann es nicht mehr wollen würde, aufhöre. Geschmäcker ändern sich ja auch. Dann müssen eben die Spielzeuge herhalten (lacht)…

Was wäre denn, wenn dein Partner es ebenso handhaben wollte wie du?

(überlegt) Eigentlich haben wir beide die gleichen Freiheiten. Ich würde ihm das auch zugestehen. Er sagt nur, dass er gar kein Verlangen danach hat. Er will es gemeinsam mit mir erleben und für ihn ist auch das Zwischenmenschliche total wichtig. Er ist vom Typ her eher Voyer und Zuhörer.

Hand aufs Herz: Was verdienst du denn als Escort?

Darüber will ich nicht sprechen. Ich finde es auch nicht richtig, es nur wegen des Geldes zu machen. Spaß am Sex sollte man als Escort schon haben, sonst macht das für mich wenig Sinn. 

Vielen Dank für das Interview, liebe Manja!

Nächste Woche erscheint an gleicher Stelle ein Interview mit Lisa. Lisa arbeitet in verschiedenen Saunaclubs in ganz Deutschland. Von ihrem verdienten Geld möchte sie später mal eine Escort Agentur gründen. Seid gespannt! Zum Thema Monogamie findet ihr auch hier eine Kolumne.

 

 

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